Rückblick

Rückblick auf  SNÖ Veranstaltungen

 

2. Vortrag aus der SNÖ Vortragsreihe 2017

Am 8.Juni 2017 fand an der Universität für Bodenkultur der 2.Vortrag aus der SNÖ Vortragsreihe 2017 mit Frau Univ. Prof. Dr. Veronika Somoza statt. Thematisiert wurden unter anderem gesundheitliche Wirkungen ausgewählter Aromastoffe sowie Möglichkeiten und Grenzen für deren Anwendungen. Aromastoffe sind wichtige Indikatoren für die Lebensmittelqualität: sie bestimmen nicht nur die sensorischen Eigenschaften unserer Lebensmittel, sondern können auch als Indikatoren für deren Verderb dienen und in einzelnen Fällen auch die technologischen Eigenschaften mitbestimmen. Weiteres wurden aktuelle Forschungsergebnisse zum Einfluss von ausgewählten Aromastoffen auf Verhalten, Stimmung, Sättigung, und auch das Fortschreiten von verschiedenen Erkrankungen, wie Reizdarmsyndrom, Krebs, Entzündung und Herz-Kreislauf-Erkrankungen präsentiert. Aktuelle Studien belegen, dass Aromastoffe auch beim Menschen gesundheitsfördernde Wirkungen ausüben können. In diesem Zusammenhang führte Veronika Somoza eine Langzeitstudie durch, die eindeutig belegt, dass aufgrund der in der Nahrung enthaltenen Schärfe (bei dieser Studie anhand von aromastoffreichen Pflanzenextrakten zugeführt) das Hungergefühl reduziert wird. Ebenso wurde eine Studie vorgestellt, die einen Zusammenhang zwischen dem bitteren Geschmackseindruck und der Magentätigkeit (aufgrund der Bitterrezeptoren im menschlichen Magen) herstellt, um die Speichelsekretion zu fördern.

Infolge der zahlreichen Beispiele, Studien und aktuellen Forschungsergebnisse, die im Zuge des einstündigen Vortrags präsentiert wurden, entstanden im Anschluss ausführliche und spannende Diskussionen, die zu einem gelungenen Abschluss dieses äußerst informativen Vortrags führten.

 

1. Vortrag aus der SNÖ Vortragsreihe 2017

Am 19.April.2017 wurde an der FH Joanneum Graz zum Vortrag „Alles eine Frage des Alters? Geschmack, Geruch & Präferenzen aus dem Blick der Generationen“ geladen. Die zwei Vortragenden Marlies Wallner und Wolfgang Gunzer (beide vom FH Joanneum Graz) präsentierten ihre aktuellen Forschungsergebnisse zu dieser Thematik.

Die Ausbildung von GeschDSC01437mackspräferenzen kann als Ergebnis aus mehreren Faktoren gesehen werden  – Genetik, Prägung im Mutterleib und im 1. Lebensjahr, sowie Erziehung und Peers spielen eine wesentliche Rolle im Ernährungsverhalten von Kindern. Die Auswahl von Lebensmitteln in weiterer Folge bildet die Grundlage für die Gesundheit. Welche Rolle spielt die Ernährung der Mutter und eine genetische Prädisposition?

Präferenzen ändern sich im Laufe des Lebens und damit auch das was uns schmeckt und was wir mögen – Veränderungen der Wahrnehmung von Geschmack und Geruch im höheren Lebensalter kann lang GemDSC01445ochtes zu etwas Verschmähtem werden lassen. Welche Bedeutung haben diese Veränderungen für die Gesundheit und das Wohlbefinden älterer Menschen?

Das Health Perception Lab (HPL), Labor für Gesundheit und Sensorik an der FH JOANNEUM, führt angewandte Forschung im Bereich der gesundheitsorientierten Sensorik durch und widmet sich genau diesen Fragen – Geschmack & Geruch als  bedeutsame Faktoren von Gesundheit in jungen Jahren und im Alter?

Vortragsfolien

 

3. Vortrag aus der SNÖ Vortragsreihe 2016

Robert Margolskee –  Taste cells of the gut and caloric sensors of the tongue

3. Oktober 2016, 15-17 Uhr, Wien

MargolskeeAm 3. Oktober konnte das Sensorik Netzwerk Österreich den renommierten Forscher und Leiter des Monell Chemical Senses Centers Dr. Robert Margolskee an der Universität für Bodenkultur zu einem Vortrag über „Geschmackssensoren im Darm und Energie-Sensoren auf der Zunge“ begrüßen.  Seit einigen Jahren schon ist man der Funktion der geheimnisvollen Geschmacksrezeptor-Moleküle und der sogenannten „taste-like cells“ im Darmepithel auf der Spur. Dr. Margolskee und seine Arbeitsgruppen sehen ihre Funktion primär in der Integration physiologischer Reaktionen der Verdauung und der Stimulation der Immunantwort gegen Parasiten.  Während Geschmackssinneszellen schlussendlich Neurotransmitter ausschütten und damit ein Signal bei afferenten Nervenzellen auslösen, schütten endokrine Zellen mit Geschmacksrezeptormolekülen im Darm GLP1 (Glucagon-like-peptide 1) aus, das entweder über den Blutstrom oder über den Nervus vagus seine Wirkung auf die Verdauungsaktivitäten entfaltet. In beiden Zellarten spielt Gustducin eine zentrale Rolle in der biochemischen Reaktionskaskade. Ein präziseres Verständnis könnte Möglichkeiten bieten, metabolische Erkrankungen medizinisch besser zu behandeln.

Der Geschmack süß wird bekannter Weise über die Zunge und den in den Mikrovilli-Membranen enthaltenen T1r2+T1r3-Rezeptormolekülen vermittelt. Margolskee beschrieb in seinem Vortrag einen alternativen molekularen Mechanismus in süß-detektierenden Zellen, über den Mono- und Disaccharide, also kalorienliefernde Süßstoffe, aber nicht nicht-kalorische Süßstoffe detektiert werden. Das momentane Arbeitsmodell von Dr. Margolskee geht von zuckertransportierenden Tunnelproteinen aus, über die Monosaccharide in die Zellen kommen, dort unter ATP-Erzeugung metabolisiert werden und so KATP metabolische Sensor-Tunnelproteine verändern. Disaccharide werden zuvor durch intestinale Enzyme in Monosaccharide gespalten. Dieser zweite Detektionsweg für Monosaccharide könnte die Unterschiede zwischen der Wahrnehmung von nichtkalorischen Süßstoffen und Zuckern wie z.B. die langsamere Adaptation auf Zucker, erklären.

Der Vortrag von Dr. Margolskee mündete in eine längere Diskussion, in der weitere Aspekte seines hoch interessanten und sehr spezialisierten Forschungsgebiets ausgeführt wurden.

Wir freuen uns, dass wir SNÖ Mitgliedern ein Video des Vortrags zur Verfügung stellen können. Dazu bitte bei Barbara Siegmund melden: barbara.siegmund@tugraz.at

 

2. Vortrag aus der SNÖ Vortragsreihe 2016

Helene Hopfer (UC Davis bzw. Pennsylvania State University, USA) – „Fast Descriptive Sensory Methods – Worth a Try

Helene HopferAm 25. Juli 2016 fand an der Technischen Universität Graz der 2. Vortrag aus der SNÖ Vortragsreihe 2016 statt. Helene Hopfer hielt einen äußerst interessanten Vortrag zum Thema „Fast Descriptive Sensory Methods – Worth a Try“.

Helene Hopfer verbrachte nach ihrer Dissertation an der TU Graz ihre Post Doc Zeit an der UC Davis in der Gruppe von Hildegarde Heyman und arbeitete danach für eine kalifornische Saatgutfirma, wo sie sich mit dem Thema ‚sensory assisted breeding‘ auseinandersetzte. Danach kehrte sie an die UC Davis zurück als Research Director der Food Safety and Measurement Faciltity. Von dort machte sie einen geographischen Sprung an die Ostküste – seit Juli 2016 ist sie Assistent Professor of Food Science an der Pennsylvania State University in University Park.

In ihrem Vortrag beleuchtete Helene Hopfer die rasante Entwicklung auf dem Gebiet der neuen schnellen Methoden, die in der Sensory Science in den letzten Jahren Fuß gefasst haben. Nach einem Überblick und einer Klassifizierung der neuen Methoden ging sie im Detail auf Pro’s and Con’s von drei ausgewählten Methoden ein: (i) Projective Mapping, (ii) Check all that apply (CATA) und (iii) Polarised Sensory Positioning (PSP). Anhand ausgewählter Beispiele aus der Praxis konnte Helene sehr schön demonstrieren, worin die großen Vorteile aber auch die Stolpersteine dieser Methoden liegen, die sie vor allem in der fehlenden Validierung der Techniken sieht. Ihre Darstellung machte auf jeden Fall neugierig, mit diesen neuen Techniken zu experimentieren und diese in der Praxis einzusetzen.

 

1. Vortrag aus der SNÖ Vortragsreihe 2016

Thomas Vilgis (Max‐Planck‐Institut für Polymerforschung, Mainz) – „Genuss: eine Schnittmenge zwischen Sensorik”

In seinem Vortrag am 23. Juni 2016 beleuchtete Thomas Vilgis eine Reihe von fundamentalen Aspekten der Sensorik. Von der Beobachtung ausgehend, dass es sich bei Geschmackswahrnehmung um die Wahrnehmung wasserlöslicher Stoffe und bei der Geruchswahrnehmung um die Wahrnehmung flüchtiger fettlöslicher Stoffe handelt, ging Prof. Vilgis auf die Rezeptor-Chemie ein und gab dann einen Überblick über rheologisch-texturale Lebensmittelaspekte und ihre Ursachen in chemisch-physikalischen Gegebenheiten.

Abgerundet wurde der Vortrag durch eine Betrachtung der Komplexität von Speisen in der Gastronomie und wie KonsumentInnen mit ihr umgehen. Im Anschluss an den einstündigen Vortrag wurde die Möglichkeit zu vertiefenden Fragen und zur Diskussion  von den zahlreichen Hörern ausführlich wahrgenommen und auch beim abschließenden Glas Sekt in der Aula der BOKU wurden die Themen des Vortrags noch weiter besprochen.